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Inbetriebnahme des Presswerks vor 60 Jahren

Ausschlaggebend für die ersten Gedanken an eine Strangpresse in Schwerte dürften Unzulänglichkeiten der Walzprofilfertigung gewesen sein. In Schwerte wurden in den vierziger und fünfziger Jahren eine große Anzahl Profile gewalzt, oft aber in kleinen Losen von drei bis fünf Tonnen. Da diese Lose nicht wirtschaftlich herzustellen waren, suchte man nach alternativen Fertigungsverfahren.

Etwa ab 1952/53 wurde das Strangpressen von Stahlprofilen in Schwerte nach dem Ugine-Séjour¬net-Verfahren untersucht. Dieses Herstellungsverfahren war zwischenzeitlich in Frankreich zur Serienreife gebracht worden. Im Juni 1953 wurde daher der Kontakt mit dem Erfinder dieses Verfahrens, Jacques Séjournet, in Persan aufgenommen. Nach kurzen Verhandlungen wurde ein Lizenzvertrag am 31.01.1955 unterschrieben. Als Lizenzgebühr war seinerzeit die Zahlung von 35 Millionen Francs (etwa 220.000 €) vorgesehen.

Ende 1955 waren alle wichtigen Aggregate bestellt und der Hallenbau begonnen worden. Der hierfür benötigte Investitionsbedarf belief sich umgerechnet auf ca. 3,2 Millionen €. Mitte Juni 1957 lief dann die Presse an und produzierte bis September die ersten 150 Tonnen. Am 24.12.1959 wurde die Lizenz von CEFILAC (so hieß CIEPM jetzt) auch auf die Herstellung von Rohren im Strangpressverfahren ausgeweitet. Die Lizenzgebühr betrug 21,3 Millionen französische Francs (etwa 90.000 €). Ein zufriedenstellender Zustand trat erstmals Mitte 1960 im Presswerk auf. Ende 1960 wurden 555 Pressungen in einer Schicht als Höchstleistung erreicht. Das bedeutete etwa 70 Pressungen je Stunde. Bereits im März 1961 musste erstmals der Zweischichtbetrieb an der Presse aufgenommen werden. Im Presswerk wurde die Marke von 500.000 t Erzeugung seit Gründung im Jahre 1957 im Dezember 2013 überschritten. Die Menge setzt sich zusammen aus etwa 8.300 Profilen für externe Kunden, 2.200 Rohren und 1.400 Vorprofilen für das Ziehwerk, zusammen also aus fast 12.000 verschiedenen Profilen. Die Höchstproduktion lag bei 18.396 t im Geschäftsjahr 1969/70.

Mit dem am 01.08.2016 vollzogenen Schritt in die Eigenständigkeit, setzt das Presswerk als nunmehr Hoesch Schwerter Extruded Profiles GmbH einen weiteren wichtigen Meilenstein in seine inzwischen schon 60-jährige Geschichte. Vor allem im Verbund mit den Schwesterfirmen Cefival S. A. und Siderval S.p.A. lassen sich für die Zukunft weitreichende Synergiepotentiale aufzeigen, aus der für die gesamte Business Unit Extrusion neue Chancen und Entwicklungen resultieren dürften.

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